{"id":19527,"date":"2026-05-28T12:14:07","date_gmt":"2026-05-28T10:14:07","guid":{"rendered":"https:\/\/mdw.ac.at\/altemusik\/?post_type=tribe_events&#038;p=19527"},"modified":"2026-05-28T13:47:40","modified_gmt":"2026-05-28T11:47:40","slug":"konzert-graz-vento-veneziano","status":"publish","type":"tribe_events","link":"https:\/\/mdw.ac.at\/altemusik\/event\/konzert-graz-vento-veneziano\/","title":{"rendered":"KONZERT Graz | Vento Veneziano"},"content":{"rendered":"<h2>VENTO VENEZIANO<\/h2>\n<h3>Eine Musikalische Reise in das Venedig des 16. Jahrhunderts mit zw\u00f6lfstimmiger Consortmusik.<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mitwirkende:<\/p>\n<p>mdw: Lisa Felderer, Britta K\u00e4hny, Chun-Shih Lin, Katharina Lugmayr<\/p>\n<p>MUK: Anna Barn\u00e1s, Adam Benold, Michaela Brandst\u00f6tter, Thomas List,<br \/>\nMoritz Reifner, Marie Winnecke<\/p>\n<p>KUG: Katrin Felbermair, Christine Gnigler, Margaux Goubet,<br \/>\nPia Gruber, Valentin Lagger, Leona Lenger, Olivia Sch\u00f6ffmann,<br \/>\nLea Sobbe, Klara Werner<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Giovanni Gabrielis instrumentale Ensemblewerke nehmen einen<br \/>\nbedeutenden Platz in der Geschichte der westlichen Musik ein. In<br \/>\neiner Zeit, in der viele seiner Zeitgenossen klein besetzte<br \/>\nKammermusik \u2013 oft in einem virtuosen Stil \u2013 schrieben, hauchte<br \/>\nGabrieli der mehrch\u00f6rigen Canzona neues Leben ein und verlieh ihr<br \/>\neine Originalit\u00e4t und einen Reichtum, die in der Instrumentalmusik<br \/>\nbis dahin ungesehen waren. Seine Werke sind der gro\u00dfartigste<br \/>\nBeitrag, der je zu dieser Gattung geleistet wurde, und sie sind in jeder<br \/>\nHinsicht ebenso dramatisch wie einige der instrumentalen<br \/>\nMeisterwerke des Sp\u00e4tbarocks. Die erstaunliche Vielfalt an<br \/>\nErfindungskraft in Gabrielis instrumentalen Ensemblewerken l\u00e4sst<br \/>\nkeinen Zweifel daran aufkommen, dass wir es hier mit den<br \/>\nSch\u00f6pfungen eines der gro\u00dfen Komponisten der Musikgeschichte zu<br \/>\ntun haben.<br \/>\nGabrieli komponierte seine Instrumentalwerke wahrscheinlich f\u00fcr<br \/>\nden Gebrauch in den venezianischen Institutionen, an denen er wirkte<br \/>\nund musizierte: dem Markusdom (und anderen venezianischen<br \/>\nKirchen, in denen die Musiker von San Marco von Zeit zu Zeit<br \/>\nauftraten) und der Scuola Grande di San Rocco. Als st\u00e4ndiger<br \/>\nOrganist an diesen beiden Institutionen zwischen 1585 und seinem<br \/>\nTod im Jahr 1612 hatte Gabrieli reichlich Gelegenheit, seine Werke<br \/>\nauff\u00fchren zu lassen \u2013 nicht zuletzt wegen der ungew\u00f6hnlichen<br \/>\nFreiheit, die ihm als bedeutendstem Komponisten Venedigs gew\u00e4hrt<br \/>\nwurde.<br \/>\nDie Tatsache, dass einige der Werke aus der Sammlung von 1615 in<br \/>\nBearbeitungen f\u00fcr Tasteninstrumente erhalten sind, deutet darauf hin,<br \/>\ndass sie sich einer Beliebtheit erfreuten, die \u00fcber die Grenzen der<br \/>\nKirche hinausging. Sicherlich waren diese Werke auch au\u00dferhalb des<br \/>\nVeneto bekannt und bewundert, denn unter den erhaltenen<br \/>\nExemplaren dieses Drucks befinden sich einige, die in<br \/>\nMusikinstitutionen n\u00f6rdlich der Alpen (z.B. in Augsburg) verwendet<br \/>\nwurden, wo Gabrielis Ruhm noch lange fortlebte, nachdem seine<br \/>\nMusik in seiner Heimatstadt bereits in Vergessenheit geraten war.<br \/>\nDas Titelblatt von G. Gabrielis \u201eCanzoni et Sonate\u201c (1615) gibt an,<br \/>\ndass die Werke \u201eper sonar con ogni sorte de instrumenti\u201c (auf<br \/>\nInstrumenten aller Art zu spielen) sind. Diese Beschreibung wurde<br \/>\nwahrscheinlich vom Herausgeber oder Verleger hinzugef\u00fcgt, um die<br \/>\nAttraktivit\u00e4t des Drucks auf dem Markt zu steigern; \u00e4hnliche<br \/>\nAngaben finden sich auch in anderen venezianischen Drucken dieser<br \/>\nZeit. Inwieweit dieser Kommentar Gabrielis eigene Haltung zur<br \/>\nInstrumentierung dieser Werke widerspiegelt, l\u00e4sst sich nicht genau<br \/>\nbestimmen.<br \/>\nEs gibt jedoch gen\u00fcgend Informationen \u00fcber die Instrumente, die<br \/>\nw\u00e4hrend Gabrielis Dienstzeit am Markusdom (und in San Rocco)<br \/>\nverwendet wurden. Diese zeigen deutlich, dass Zinken, Violinen und<br \/>\nPosaunen sicherlich bevorzugt wurden.<br \/>\nDass einige dieser Werke in diesem Konzert heute ausschlie\u00dflich mit<br \/>\nBlockfl\u00f6ten besetzt erklingen, ist sicher ein gewagtes Unterfangen und<br \/>\nhat in dieser Weise wahrscheinlich nie stattgefunden.<br \/>\nDennoch finden wir es mehr als reizvoll, mit den<br \/>\nRenaissanceblockfl\u00f6ten, deren Vorbilder zu einem gro\u00dfen Teil in der<br \/>\n\u201eSammlung alter Musikinstrumente\u201c der Neuen Burg in Wien zu<br \/>\nfinden sind, diese wunderbare Musik heute wieder erklingen zu<br \/>\nlassen.<br \/>\nDie Tonumf\u00e4nge passen perfekt f\u00fcr unsere Consortinstrumente,<br \/>\nwobei wir tats\u00e4chlich aus dem vollen sch\u00f6pfen k\u00f6nnen: Die<br \/>\nBlockfl\u00f6ten stammen zum gr\u00f6\u00dften Teil aus der Werkst\u00e4tte des<br \/>\nBlockfl\u00f6tenbauers Adrian Brown, der die Originalinstrumente<br \/>\nsorgf\u00e4ltig vermessen und akribisch nachgebaut hat. Aber auch<br \/>\nInstrumente von Bob Marvin und Adriana Breukink werden mit<br \/>\ndiesen gemeinsam erklingen.<br \/>\nAbschlie\u00dfend sei noch ein gro\u00dfer Dank den drei Universit\u00e4ten KUG,<br \/>\nmdw und MUK gesagt, durch deren Unterst\u00fctzung dieses<br \/>\ngemeinsame Projekt stattfinden kann. Ein ganz herzlicher Dank gilt<br \/>\nauch meinen Kolleginnen Katharina Lugmayr, Christine Gnigler und<br \/>\nLea Sobbe und nat\u00fcrlich allen mitwirkenden Studentinnen und<br \/>\nStudenten!<br \/>\n&#8211; Thomas List<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>VENTO VENEZIANO Eine Musikalische Reise in das Venedig des 16. 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