Tschüss Wien, Ciao Udine!

On a journey with pianists

Introduction

by Prof. Antoinette van Zabner

A class exchange of piano duos ­– each class performing at the guest university

Under the auspices of the Erasmus program, I was able to work intensely with Professor Franca Bertoli and Ugo Cividino of the Conservatorio Tomadini in our exchanges Vienna/Udine for the last three years. New creative impulses were given, new energy and motivation were experienced, positive cultural differences and similarities were explored and new ideas were introduced. This was a time of intellectual and emotional exchange and experiment. The high point of this work with both classes from the Conservatorio Tomadini in Udine and the Ludwig van Beethoven Institute at the mdw was a class exchange of duos ­– each class performing at the guest university.

Vor dem Konservatorium in Udine
Vor dem Konservatorium in Udine

For the students, getting to know both institutions more intimately, the programs of study, the other students, and other methods of teaching was important. Getting to know one another was also a great aspect and to perform outside of ones own university in a public performance was an important and rewarding experience. It was time for self-reflection and self- evaluation, widening of personal horizons, and musical and emotional growth.

For me, the trip to Udine to teach and for my students to perform and to Triest to visit my Erasmus colleague Teresa Trevisan at the Conservatorio Tartini with my students was a memorable time. To be able to share such trips with young people is extremely valuable on a personal and professional level. The students have already asked when the next trip is planned…

Exchange with the piano class of the Conservatory of Udine

by Ioan-Dragos Dimitriu

It all started when the piano class of Ugo Cividino and Franca Bertolli came to Vienna. A few young and curious pianists came over and we played in a wonderful concert organized by our friend and teacher, Prof. Antoinette van Zabner. It was clear that everyone from audience to artists felt at home in the typical warm environment that Prof. van Zabner creates around her.

Antoinette & Franca
Antoinette & Franca

So the next plan was to go over there and do the same thing the Italian way. The trip started at around 6.00 am in the morning (meaning 4.30 am for most of us), which was great because that’s how you get some extra time for pizza when you arrive.

We went through the Alps looking at the majestic landscape which one can never forget. A few hours later, after having lots of fun and cookies on the train, we arrived in Udine and got to the hotel then we went in a reconnaissance mission to the conservatory and to check out the venues that were important for our trip.

A few days of practising, enjoying espressos, the amazing Italian pastries and pizzas in preparation for the concert followed. During these days, we also went to Trieste on the beautiful railway that runs along the seaside on which fairytale castles are built upon. There we visited the conservatory and the wonderful city which combines harmoniously the two types of architecture: the Austrian and the Italian. A small town that offers an incredible variety of people and cultures, a reminder of a place that once belonged to the great Austrian Empire.

Konzert Udine
Konzert Udine

After that, we went home to Udine where we listened to the orchestra of the conservatory in a concert hall that would make even the greatest music universities in the world envious. We got to listen to a long introduction (maybe with the purpose of learning Italian?) and after that we heard a great concert with Spanish and South American repertoire played with an immense joy.

The next thing was our concert. I think it is safe to say that we enjoyed every second of it and the audience felt that. It was a place where old friends met, where music united people and fulfilled it’s purpose of making our lives happier and our problems go away for a few hours. We had two amazing pianos and the nicest hosts we have ever encountered.

Spending time in Udine, we think of it as a small and beautiful jewel with kind people who are open-minded and enjoy every moment of their lives. Even though culture is not being supported like it should, there is a group of people who put their passion and lives, I would dare to say, into keeping it alive and going, better than ever before. This “resistance” group makes the jewel that is Udine shine.

Die Konzertreise nach Udine

von Matti Busch

Das Leben eines Pianisten kann eine einsame Angelegenheit sein. Für Bläser und Streicher ist das Musizieren in Ensembles genau so selbstverständlich wie Bier in einer Kneipe. Diese Selbstverständlichkeit besteht aber bei weitem nicht bei Pianisten!

Verflucht mit dem besten Solo-Repertoire der Welt, hocken wir meistens alleine im Kämmerlein und feilen an unseren Stücke bis zur Verzweiflung. Weniger feilen wir an unsere sozialen Fähigkeiten, die oft auf dem Altar schwieriger Passagen geopfert werden. Es war also nicht mit der Freude eines neugierigen Kindes, dass ich auf Antoinettes Ankündigung von der Italienreise mit einem erfreuten Mmh… antwortete. Die Reise würde nicht nur ein Ausstieg aus dem geschützten Alltag eingearbeiteter Gewohnheiten bedeuten, sondern auch eine Begegnung mit halbfremden Leuten unterschiedlicher Nationalitäten.

Triest mit Teresa Trevisan
Triest mit Teresa Trevisan

Mir wurde bange; würde die russische Niederlage in Narva im Jahr 1700 eine frostige Stimmung zwischen mir, einem Schweden, und der russischen Pianistin Daria verursachen? Kommen Vampire nicht aus Rumänien genau wie Dragos? Sind Menschen kroatischer Abstammung nicht einfach allgemein gefährlich und sind die Italiener nicht wahnsinnig arrogant? Dies waren Fragen, die mir nach der Begegnung mit diesen vortrefflichen Menschen etwas unangebracht vorkamen. Das Bild von uns zusammen ähnelte dem eines Plakats einer Sprachkurswerbung: bunt und fröhlich.

Als wir in Italien ankamen wurde mir klar, dass ich die Italiener mit den Franzosen verwechselt hatte. Die Italiener sind doch die freundlichen, die viel essen und plaudern, ich Esel! Im Rausch dieser interkulturellen Begegnungen vergaß ich fast das bevorstehende Konzert. Noch mehr in Vergessenheit trat das Konzert, als wir nach Triest fuhren, um dort das Konservatorium mit einer Besichtigung wienerischer Qualität zu beehren. Zwecks wohltuender Inspiration schauten wir uns auch das Meer an. Hübsch war’s 🙂 Im Normalfall läge ich wegen dem Konzert schon seit langem in einer Embryostellung stöhnend auf dem Boden. Stattdessen befand ich mich jetzt gar fröhlich in der Sonne, in Gesellschaft eines Königs würdig, schlürfend auf einen Kaffee-Ginseng.

Cafe in Udine
Cafe in Udine

Der Stadtkern von Udine war im vergleich mit dessen ästhetisch fordernder Umgebung für jeden anständigen Menschen sehr erfreulich zum Anschauen. Die gemütliche Stimmung der Stadt erregte Kunstappetit, was man später an der Größe des Publikums deutlich sehen konnte; neugierige und konzerthungrige Italiener, so weit das Auge reichte… ohne Brille. Dies wirkte einschüchternd auf mich und als ich dann die Bühne mit meiner Mitspielerin betrat, wurde mir schwarz vor den Augen… Ich bin aber nicht derjenige, der wegen ein paar musikalischen Entgleisungen für längere Zeit zu schmollen pflegt und war also nur wenige Stunden später wieder glücklich wie ein Schwein in Pampe, weil unverschämt wäre der, der nach so vielen feinen Erfahrungen und neugebildeten Freundschaften unglücklich wäre!

Neue Freundschaften schließen

von Pia Giger

Voriges Jahr kam die Einladung von Antoinette, dass die Duos des “Modul zwei Klaviere” nach Udine fahren können. Da schien mir diese Reise noch so weit entfernt, dass ich ganz überrascht war, als wir plötzlich unsere Bahnfahrkarten nach Udine in der Hand hielten.

In der Früh des Abreisetages, noch ganz verschlafen, trafen wir uns am Bahnhof in Wien: drei Klavierduos. Ich fühlte mich wie eine Schülerin bei bevorstehender Klassenfahrt… eine positive Unruhe herrschte in mir und ich fragte mich, wie es wohl werden würde, mit den anderen diese paar Tage zu verbringen, ohne dass ich sie vorher richtig kennengelernt habe. Doch bereits während der Zugfahrt gab es Gelegenheit genug, sich näher kennen zu lernen.

In Udine wurden wir herzlich von Ugo Cividino empfangen, zur Unterkunft gebracht und anschließend bereits zur ersten Pizzeria geführt. Der erste Kaffee mit Antoinette – an einem wunderschönen Platz im Zentrum – brachte mir Klarheit über den Ablauf der bevorstehenden Tage. Ich war froh zu hören, dass wir auch viel Zeit haben würden, die Umgebung zu erkunden. Sogar ein Ausflug nach Triest wurde eingeplant.

Triest Hafen
Triest Hafen

Nach all den kulturellen Eindrücken, die wir von Sonntag bis Dienstag gesammelt haben, habe ich schon fast vergessen, dass noch ein Konzert bevorsteht und fühlte mich am Dienstag gar unruhig in Gedanken an das Konzert am Mittwoch. Wir hatten die Möglichkeit, bereits im Konzertsaal zu proben, was der Unruhe positiv entgegenwirkte. Eine Sicherheit kam auf und die Stimmung in dem wunderschönen, kleinen aber feinen Saal war beruhigend angenehm. Es ist immer etwas anderes, in einer ungewohnten Umgebung zu spielen, wo man das Instrument zuvor noch nicht ausprobiert hat und auch das Publikum nicht einschätzen kann. Somit war ich froh, dass wir genügend Zeit hatten, uns auch musikalisch einzustimmen.

Der Höhepunkt der Reise war wohl das Abendessen nach dem Konzert. Ein wunderbarer Schmaus unter nun bekannten Gesichtern, mit vielen interessanten Diskussionen und freudigem Beisammensein. Wir Duos saßen danach noch länger unter uns zusammen. Meine ursprüngliche Unsicherheit bezüglich des Kennenlernens löste sich in den Tagen komplett auf: Neue Freundschaften haben sich gebildet!

Abschließend kann ich sagen, dass es eine wunderbare Erfahrung war, vor allem auf sozialer Ebene. Ein solcher Austausch fördert nicht nur die künstlerische Tätigkeit durch den Unterricht, sondern regt auch den Austausch und Zusammenhalt zwischen den Studenten an. Es war eine musikalische Bereicherung, mit Professoren zu arbeiten, die so viel Erfahrung im Duo-Spiel haben.

The trip to Udine

by Daria Kovaleva

Master classes in Vienna and the trip to Udine afterwards were, without exaggeration, some of the most memorable and happy experiences I’ve had while studying in Vienna. Everything fell into place perfectly: a new and exciting repertoire to work on under the guidance of our brilliant professor Antoinette van Zabner who recommended our duet to explore a new and different program and remarkable professors from Italy provided new ideas and fresh perspectives on our performance during their master classes in Vienna.

Proben in Udine
Proben in Udine

My ensemble partner, the amazing pianist Ioan Dragos Dimitriu was an absolute pleasure to work with. Finally, the trip itself provided me with an opportunity not only to enjoy and explore beautiful Italy, but to also bond and form new friendships with my colleagues – away from the hustle and bustle of every day life, where we don’t always have the time or the energy to get to know one another. I’ll always cherish the memories of our wonderful conversations about music and art and of course, our adventure in Trieste. I feel that, even though it was only a short trip, I’ve grown professionally as a musician and enriched my soul. A heartfelt thank you to everyone who made this truly wonderful trip happen!

Unser Austausch mit dem Konservatorium aus Udine

von Marin Drmac

Auf mich hat die Reise sehr positiv gewirkt, da ich die Menschen, die mit dabei waren, besser kennen lernen durfte, Udine und Triest gesehen habe und neue Impulse für mein Klavierspiel sammeln konnte. Ich konnte sehen, dass sich selbst ein vermeintlich kleines Konservatorium auf einem sehr hohen Niveau bewegt und die Studenten sehr talentiert und motiviert sind. Im Ausland zu spielen ist immer eine gute Erfahrung und in Zukunft möchte ich das öfters machen.

Konzert Orchester Udine
Konzert Orchester Udine

Ein schönes Erlebnis war das Konzert vom Orchester des Konservatoriums “Tomadini” in Udine. Das Orchester hat Werke von südamerikanischen Komponisten gespielt und mir hat gefallen, mit wie viel Elan und Begeisterung sie die Werke interpretiert haben. Ein anderes besonderes Erlebnis war im Konservatorium in Triest, wo wir zufällig in eine Probe des Orchesters geraten sind, leider weiß ich nicht, was sie gespielt haben. Sie haben sehr feinfühlig musiziert und wir alle haben eine Weile zugehört und dabei die Zeit vergessen. Triest war überhaupt ein einziges tolles Erlebnis, ich bin froh, dass wir dort waren!

Beide Konzerte waren ein Erfolg, in Udine war es natürlich besonders, weil wir als Gäste dort waren. Dabei entstand dann auch eine ganz andere Atmosphäre, auch weil das Publikum ein unbekanntes war. Ich fand es sehr schön, dass der Saal bis auf den letzten Platz voll war, da haben wir uns gleich alle sehr geehrt gefühlt, vielleicht waren wir auch nervöser deswegen, aber dafür sind uns einige Stellen im Werk umso schöner gelungen.

Unsere italienischen Professoren, Ugo Cividino und Franca Bertolli, waren sehr motivierend. Durch ihre Hilfe ist Einiges an unserem Spiel besser geworden und wir konnten eine neue Sichtweise auf unsere Werke gewinnen. Zum Abschied haben sie uns zu einem unglaublich tollen Essen im Hotel eingeladen. Der Abend ist mir bis heute noch in Erinnerung geblieben.

Das Konservatorium in Triest
Das Konservatorium in Triest

Für mich persönlich war es das erste Mal, mit jemandem auf zwei Klavieren zu spielen. Davor habe ich nicht geglaubt, dass es so schwer ist, eine gute Klangbalance zu finden, dem anderen immer zuzuhören usw. Es passiert nämlich sehr schnell, das etwas nicht gut klingt, deshalb muss man umso präziser arbeiten und viel proben, damit es überzeugend wirkt. Ich denke, es ist uns allen sehr gut gelungen und es hat dem Publikum gefallen und ich hoffe, auch unseren Lehrern.

Besserer Lernerfolg dank Bildungsreisen

von Cristian Jelicic

Die Teilnahme im Modul für zwei Klaviere war zwar nicht mein erster Versuch derartige Literatur zu studieren, dennoch konnte ich viel Neues erfahren, was sich allgemein förderlich auf meine Entwicklung auswirkte. Brahms Variationen über ein Thema von Haydn für zwei Klaviere sind noch bekannter in ihrer Fassung für Orchester. Im Unterricht lernten wir nicht bloß die verschiedenen Instrumente des Orchesters am Klavier zu imitieren, sondern auch eine Reihe an stilistischen Merkmalen zu meistern, die dem brahmsschen Klaviersatz eigen sind.

Es lässt sich leicht nachvollziehen, dass in der Praxis des universitären Alltags künstlerische Lehrveranstaltungen, die mit leeren bis halbvollen Klassenmatineen in den immer-gleichen Haussälen abgeschlossen werden, nicht dasselbe Maß an Initiative provozieren wie solche, die mit einer Bildungsreise ins Ausland aufwarten. Sich einem neuen Publikum als Gast einer anderen Musikhochschule vorzustellen, stellt höhere Ansprüche an die Darbietungen und damit auch an den Lernerfolg.

The Gang
The Gang 🙂

Der Unterricht mit den italienischen Gastprofessoren war insofern noch zusätzlich bereichernd, da diese zu zweit eben dasselbe Werk bereits zahlreiche Male aufgeführt hatten und direkte Ratschläge aus der Praxis geben konnten. Wir waren glücklich darüber, mehrere Möglichkeiten zur Aufführung unserer Stücke zu bekommen und konnten von Mal zu Mal eine Steigerung feststellen. Unterstützt wurde diese auch durch die professionellen Aufnahmen im Neuen Konzertsaal am Rennweg so wie in Udine.

Da das Hören des großen Ganzen gerade beim Spiel auf zwei Klavieren oft erschwert wird, war dies ein unwahrscheinlich hilfreiches Werkzeug, um über das eigene Spiel zu reflektieren und nach Verbesserungsmöglichkeiten zu suchen. Wir entschlossen uns auch zwei Wochen nach der Italienreise zum dritten Mal eine Aufnahme mit Tonmeisterstudenten im Franz Liszt-Saal der mdw zu versuchen und waren mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Die Qualität des Unterrichts und Spiels ist in Udine wie in Wien sehr hoch. Alles in allem war die Reise künstlerisch, sowohl intellektuell als auch emotional bereichernd und ich würde jedem Studenten empfehlen, eine solche Bildungsreise anzutreten, falls sich die Möglichkeit dazu bietet.

Udine Sonnenuntergang
Udine Sonnenuntergang

Als Abschloss kommen noch drei Studenten des Konservatoriums in Udine zu Wort 🙂

Exchange concerts with the class of Antoinette van Zabner from Vienna

by Alessandro Del Gobbo, Riccardo Burato, Francesca D’Odorico and Giorgia Visentin

Recently, we participated in a class exchange between the Conservatory of Udine and the University of Music and Performing Arts Vienna, organized by Professor Franca Bertoli and Antoinette Van Zabner. The project included a three-day stay in the city of Vienna during which we had the opportunity to perform repertoire for piano duet (four hands and two pianos) alongside the Viennese institute students.

Konzert in Wien
Konzert in Wien

The stay proved to be an interesting opportunity for the discussion of musical ideas and approach to a chamber group that has ended in an exciting concert. Both locations of Vienna and Udine have proven to be available, working with synergy and efficiency resulting in an extremely positive result. These three days trained our musical individuality; also they made us more rehearsed as a group class.

We’d like to thank the academy for giving us the opportunity and we very much hope to repeat similar experiences in the future!

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