In Kooperation mit… Moskau!

Anfang Juni machten sich Anita Taschler vom Büro für Internationale Beziehungen und ich auf zu einer Reise nach Moskau um am “Russia-Austria University Cooperation Forum”, organisiert vom Österreichischen Austauschdienst (OeAD), teilzunehmen. VertreterInnen österreichischer und russischer Universitäten unterschiedlicher Ausrichtungen verbrachten zwei Seminartage miteinander, um die Möglichkeiten für Kooperationen auszuloten, vor allem in Hinblick auf die Erasmus+ Programme.

Moskau begrüßte uns am Anreisetag mit frischen Temperaturen. Unsere Unterkunft lag im beliebten Viertel Kitai Gorod unweit des Tagungsortes, der Universität für Kartografie und Geodäsie.

Uni Geodäsie
Der Tagungsort

Um in Moskau irgendwohin zu kommen, muss man jedenfalls sehr viel Zeit einplanen, auch wenn das Ziel zu Fuß vermeintlich nur “um die Ecke” liegt. Moskau ist weniger eine Stadt für Spaziergänger und Bummler, sondern eine Stadt für jene, die mit entschlossenem Schritt möglichst schnell an ihr Ziel kommen wollen. Sollte man dieses Ziel aus mangelnder Ortskenntnis verfehlen, kommt es durchaus vor, dass beherzte Moskauer einem direkt zum gewünschten Ort führen – das konnten wir bereits am ersten Seminartag in Anspruch nehmen.

Die Universität für Kartografie und Geodäsie befindet sich in einem historischen Gebäude im Zentrum Moskaus. Das hauseigene Museum ist unter anderem dem Rektor der Universität gewidmet – Victor Sawinych, einem ehemaligen Kosmonauten und “Helden der Sowjetunion”.  Überhaupt scheinen viele Moskauer Universitäten ihr eigenes Museum zu haben, wie wir später erfahren werden.

Kosmonautenanzug
Kosmonautenanzug im Museum

Der erste Seminartag begann mit einem Kennenlernen in Form von Kurzpräsentationen über die jeweilige Universität der teilnehmenden VertreterInnen. Die russischen UniversitätsvertreterInnen sind überaus interessiert an gemeinsamen Projekten sowie Studierenden- und Lehrendenaustausch. Vor allem die Universitäten abseits der Metropolen Moskau und St. Petersburg warben dafür, Studierende und Lehrende  für ein Auslandssemester in weniger bekannten Städten wie Jaroslawl, Ufa oder Tjumen zu motivieren.

Tschaikowski Denkmal
Denkmal von Piotr Ilitsch Tschaikowski

Für die mdw ist jedoch das Moskauer Tschaikowski Konservatorium einer der wichtigsten Partner in Russland. Gegründet 1866 ist das Moskauer Konservatorium seit damals die bedeutendste Talentschmiede russischer MusikerInnen. Zu ihren zahlreichen berühmten Absolventen gehören etwa Sergei Rachmaninow oder Alexander Skrjabin.

Piotr Tschaikowski hat am Konservatorium unterrichtet, vor dem Haupteingang steht heute sein Denkmal. Mit seinen historischen Konzertsälen zählt das Moskauer Konservatorium auch zu den wichtigsten Veranstaltungsorten für Musik in Moskau. Bei einem Treffen vor Ort mit den KollegInnen des Konservatoriums erfuhren wir mehr über die jeweiligen Programme und Austauschmöglichkeiten zwischen unseren Universitäten.

Besuch Tschaikowski
Mit den KollegInnen des Moskauer Konservatoriums
Elena Gnessin
Foto von Elena Gnessin in ihrer ehemaligen Wohnung

Unsere zweite wichtige Partneruniversität ist die Gnessin-Akademie, benannt nach ihren Gründerinnen, den Schwestern Elena, Maria und Evgenia Gnessin. Freudig empfangen von den Kolleginnen des Büros für Internationale Beziehungen wurden wir durch die Akademie geführt.

Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Gnessin-Akademie zeigte sich in einem gemeinsamen Opernprojekt: Am 22. Oktober 2018 traten im Rahmen des Österreichisch-Russischen Musikjahres Studierende der Akademie und der mdw in der “Zauberflöte” in Moskau auf (Hinweis: https://www.mdw.ac.at/984).

Gnessin Akademie
Anita Taschler mit den KollegInnen der Gnessin-Akademie

Im Museum der Akademie, das ehemals die Wohnung von Elena Gnessin war, konnten wir mehr über ihr Leben und Wirken erfahren. Elena Gnessin (*1874, gest. 1967) war Teil der hochmusikalischen Gnessin-Familie, Mitbegründerin und Lehrende der Akademie sowie eine bedeutende Moskauer Musik- und Kunstförderin.

Zuckerbaeckerstil
7 Gebäude im stalinistischen “Zuckerbäckerstil” gibt es in Moskau, genannt auch “Die sieben Schwestern”
Basilius Kathedrale
Das Wahrzeichen Moskaus, die Basilius-Kathedrale, ist innen ein Museum

 

Beim vom OeAD organisierten Stadtspaziergang durften wir uns von der beeindruckenden Architektur im Zentrum Moskaus überzeugen. Ausgehend vom Bolschoi Theater, über den Roten Platz, entlang der Kremlmauern führte uns unser Weg bis zur Christ-Erlöser-Kirche.

Denkmal Essen
Links: ehemalige Schokoladenfabrik “Roter Oktober”; Rechts: Georgische Spezialität;

Nach Stärkungen im einem ukrainischen und tags darauf in einem georgischen Restaurant waren wir bereit für die Abreise. Do swidanja, Moskva!

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