Faszinierendes Berlin!

Erasmus+ Staff Training im Archiv der Universität der Künste Berlin (UdK)

Es war mein erster Aufenthalt in Berlin. Schon lange hatte ich den Plan, die pulsierende Stadt an der Spree zu besuchen und als sich mir im Erasmus+ Staff Training-Programm die Möglichkeit bot, nach Berlin zu fahren, habe ich nicht lange gezögert. Auch der Papierkram war gar nicht schlimm, die netten Kolleginnen vom Zentrum für Weiterbildung waren sehr hilfreich und die Kontaktaufnahme mit der UdK verlief völlig reibungslos.

UdK
Universität der Künste Berlin

Langsames Reisen

Bei kürzeren Reisen verzichte ich gerne auf das Flugzeug, so hatte ich während der Bahnfahrt durch den Osten Deutschlands genügend Zeit, mich auf den Aufenthalt vorzubereiten. Vor mir lagen drei Tage im Archiv der Universität der Künste Berlin (UdK) und ich reiste bereits am Wochenende vor meinem Dienstantritt an; so konnte ich auch das jährlich stattfindende UdK-Musikfestival crescendo besuchen, das mit einer vom Archiv gestalteten Ausstellung eröffnet wurde. Natürlich wollte ich auch ein wenig die Stadt anschauen und in die Geschichte Berlins eintauchen.

Traenenpalast
Tränenpalast

Im schönen UdK-Gebäude im Stadtteil Charlottenburg fand die Eröffnung des Festivals statt und der Archivleiter Dietmar Schenk führte die Gäste in einem spannenden Vortrag in das Berlin der 1920er-Jahre und erzählte von den “experimentierfreudigen Jahren zwischen Revolution und nationalsozialistischer ‘Machtergreifung’, in denen Klänge der Neuen Musik das ehemals königliche Institut eroberten.”

Statue
Statue

Alle Künste vereint

Die Udk beheimatet neben den Bereichen Musik und darstellende Kunst auch die ganze Bandbreite der bildenden Kunst und Gestaltung, von Malerei und Bildhauerei bis zu Architektur und Modedesign – das ist sicher einer der großen Unterschiede zwischen der mdw und der UdK Berlin. Deswegen verfolgt das dortige Archiv teils auch andere Sammlungs- und Archivierungsstrategien als wir hier an der mdw und es war sehr spannend für mich, all die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Institutionen zu erfahren.

Bildhauerei
Bildhauerei

Sehr informativ und angenehm gestalteten sich die drei Tage im Archiv der UdK, die mit einer Einführung in die unterschiedlichen Arbeitsbereiche begannen. Alle vom Team waren sehr freundlich und hilfsbereit und mir wurden tiefe Einblicke in die alltägliche Archivarbeit gewährt, aber auch laufende Projekte vorgestellt, wie die großangelegte Erschließung und Digitalisierung von über 40.000 beeindruckenden Bildvorlagen für Unterrichtszwecke, die in die Anfangszeit der Fotographie (um 1850) zurückreichen und einen wertvollen “Schatz” im Archivbestand darstellen.

Depot
Depot

Anregender fachlicher Austausch

Die Kolleg*innen im Archiv zeigten auch großes Interesse an meinen Erfahrungen an der mdw und in der österreichischen Archivlandschaft, wir sprachen auch über eine mögliche projektbasierte Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Abteilungen. Besonders anregend waren für mich die Diskussionen über die Positionierung von Archiven innerhalb ihrer Trägerinstitutionen und über ihr Verhältnis zu universitärer Auftragsforschung.

Die archivfachliche Diskussion kann in Deutschland auf eine lange Tradition zurückblicken, sodass ich auch in diesem Bereich von den Kolleginnen und Kollegen in Berlin grundlegend profitieren konnte. Der Besuch von Studierenden der deutschen Archivschule Marburg im Archiv der UdK bot mir die Gelegenheit, Einblicke in die Ausbildungssituation unserer nördlichen Nachbar*innen zu bekommen und die daran anschließenden Gespräche zeigten trotz vieler Gemeinsamkeiten, dass ein ständiges Reflektieren ausgetretener Pfade wichtig bzw. notwendig ist.

Innenhof
Innenhof

Ein voller Erfolg!

Natürlich waren die Tage intensiv, ich habe viel erlebt und all die Eindrücke musste ich erst einmal verarbeiten. Eine schöne Abwechslung boten hier die zahlreichen Museen, die entspannte Atmosphäre der Stadt und die vielen Parks, durch die ich abends flanieren konnte. Berlin ist eine faszinierende Stadt und hat viel zu bieten, keine Frage. Meine Erwartungen vor Antritt der Reise waren die Erweiterung meines Horizonts, das Kennenlernen von Neuem, aber auch das Weiterführen der guten Beziehungen zweier befreundeter Archive. Diese Erwartungen wurden mehr als erfüllt und vielleicht ergibt sich in naher Zukunft die Möglichkeit für eine spannende Kooperation – verbindende Themen gäbe es zur Genüge.

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