PERFORMING DIVERSITY

Auf der Basis der theoretischen Grundlage des „Austrian Report on Musical Diversity“ (uni:vision2) setzt sich das Projekt „Performing Diversity“ mit Aufführungsritualen der Stilfelder der Musik in Österreich auseinander. In Form von qualitativen Fallstudien werden Differenzen und Diffusionen zwischen den Stilfeldern „Klassik/zeitgenössische Musik“, „Jazz/improvisierte Musik“, „Volksmusik/World Music“, „Dance/HipHop/Elektronik“, „Rock & Pop Musik“ und „Schlager/volkstümliche Musik“ erkundet. Besonderes Augenmerk liegt auf Crossover-Phänomenen der gegenwärtigen Musiklandschaft. Als Stichprobe werden österreichische Musik-, Bild- und Filmbeispiele der Jahre 2010-2015 herangezogen.

Im Sinne der „Cultural Turns“ (Bachmann-Medick 2009) werden Übersetzungsprozesse zwischen kulturellen Feldern anhand von performativen Ausdrucksformen analysiert und der Fokus auf die Zwischenräume, in denen Neues entsteht („third space“), gelegt. Die „Schwellenräume zwischen den Identitätsbestimmungen“ (Bhabha 1994), die Kreativität hybrider Formen wird erkundet. Als theoretischer Ausgangspunkt dient ein Stilfelder-Modell, das vom Projektleiter Harald Huber im Rahmen seiner Habilitationsschrift „Der Song und die Stilfelder der Musik“ entwickelt wurde. Die methodische Grundlage der Fallstudien knüpft an das Verfahren der „Rahmen-Analyse“ (Goffman 1980) an. Song, Aufführungsritual und Stilfeld sollen in diesem Sinne als „Rahmen“ verstanden werden.

Die Dokumentation und Analyse von Aufführungsritualen wird anhand von Bild- und Sequenzanalysen geleistet. Dazu wurde eine Bildergalerie und eine Sammlung von Filmdokumenten angelegt, die die Basis für eine Reihe von Fallstudien bilden. Im Zentrum steht dabei die Methode der „Figurenanalyse“ (Eder 2008), ein diesbezügliches Forschungsinstrument (Kategorienschema) zur qualitativen Analyse der gewählten Beispiele wurde im Rahmen des Forschungsprojekts entwickelt. Es erfolgt eine Durchführung der vergleichenden Stilfelderanalyse und Verschriftlichung der Ergebnisse entlang der Kategorien des Forschungsinstruments pro Beispiel und im Stilfeldervergleich.

Im Rahmen des Projekts „THE CUBE – Das Crossover Orchester der MDW“ fand am Samstag, den 9. Mai 2015, ein Konzert im ORF RadioKulturhaus mit dem Titel „A Journey into Jazz“ statt. Unter dem Motto „Symphony Orchestra meets Big Band“ musizierten das Pro Arte Orchester, die ipop-Bigband und Gäste. Begleitend dazu wurde eine Befragung der Mitwirkenden durchgeführt. Dabei erfolgte institutsübergreifend die Untersuchung von Übersetzungsprozessen und deren künstlerischen, wissenschaftlichen und pädagogischen Darstellungen. Die Kooperation von Musikerinnen und Musikern aus Klassik und Popularmusik ist ein Feld, in dem eine Vielzahl von Translationen (Übersetzungen) stattfindet. Die Erfassung dieser Erfahrungen wurde im Rahmen einer qualitativen Studie untersucht, die gemeinsam mit dem Organisator von „CUBE“ Horst-Michael Schaffer durchgeführt wurde.

Im Rahmen der Studie entstand eine Präsentation in Form eines Clash Concerty. Musikgenres verkehrt herum gebürstet: E-Schlager, U-Klassik, Impro-Pop am 29. April 2016. Das Programm der Veranstaltung setze sich aus folgenden künstlerische Beiträge zusammen: Ensemble FAKTOR X Liederzyklus mit Werken von Jean Frankfurter/Irma Holder, Andreas Gabalier, Alfred Jaklitsch, BUTTERSAITN Electric Band Spaß & Party mit „wegda!“ (Bernhard Gander 2011) und Maria Gstättner: Kammeroper „WINDMILLS“ für Bassklarinette, Fagott, Percussion, Popsänger und -sängerin, Viola und Kontrabass. Zusammenstellung und Arrangement des Programms erfolgte durch Magdalena Fürnkranz, Harald Huber und Maria Gstättner.

Projektpräsentation Performing Diversity (PDF; 20 MB)