Dirigiermeisterkurs bei Alejandro Posada, Kolumbien

Wir Dirigierenstudierende der mdw haben uns sehr auf den Besuch des kolumbianischen Dirigenten und Absolventen der mdw, Alejandro Posada, gefreut. Er dirigierte im Rahmen des “Concierto de Música Latinoamericana” (Konzert lateinamerikanischer Musik) das Webern Symphonieorchester der mdw im November 2019.

Der Kontakt und die Zusammenarbeit mit Maestro Posada war sehr inspirierend bzw. eine große Freude insbesondere, da er Absolvent unserer Universität ist. Im Laufe des Dirigiermeisterkurses teilte er mit uns seine Gedanken und Ideen, welche ein Produkt seiner langjährigen internationalen Karriere sind und gleichzeitig aus der konsequenten Linie seiner Ausbildung in der Wiener Dirigierschule stammen. Daher stellt er für mich eine große Motivation dar, die weiteren Schritte in unseren Karrieren nach dem Abschluss zu verfolgen, und ebenso, um unsere Wiener Dirigierschule zu entwickeln und wertzuschätzen.

Außerdem ist Maestro Posada ein Spezialist im symphonischen Repertoire Lateinamerikas – ein Repertoire, das in Wien weitgehend unbekannt und daher sehr interessant für das neugierige Wiener Publikum ist. Dieses Repertoire hat komplexe und interessante Aufführungstraditionen, in vielen Fällen sogar eine große Basis in den mündlichen Traditionen der zahlreichen lateinamerikanischen Kulturen – ganz besonders in den Rhythmen, die von einer großen Anzahl an Schlagzeuginstrumenten getragen werden. Aus diesem Grund ist dieses Repertoire sehr schwer zu spielen, wenn man die Partitur 100% genau verfolgt, ohne die Traditionen zu kennen (oder “zu fühlen”, wie es Maestro Posada ausdrückte).

Der Meisterkurs war für uns als Dirigierstudierende eine tolle und bereichernde Möglichkeit, einen Teil dieser Traditionen in der Praxis zu lernen, plus diesen neuen Herausforderungen, neuen Gedanken und neuen Emotionen. Die Arbeit mit dem Orchester – in den Proben und im Dirigierenmeisterkurs – war sehr erfrischend, energetisch und begeisternd, und das Publikum konnte im Konzert diese Begeisterung und Emotionen des Maestros und des Orchesters intensiv wahrnehmen. Wir haben uns ebenso auf die Teilnahme des kolumbianischen Botschafters Miguel Camilo Ruiz Blanco am Konzert gefreut und waren sehr dankbar für sein Interesse.

Persönlich, als Student aus Lateinamerika, war es für mich eine außerordentliche Freude, dass unsere musikalische Gesellschaft so ein großes Interesse an diesem Repertoire hat und dass dieses Interesse zunimmt. Ich habe mich auf unsere Entdeckung dieser Musik gefreut und ich freue mich auf die Initiativen unserer Gemeinschaft.

Wir danken besonders Maestro Alejandro Posada für seine Energie und Großzügigkeit mit uns Studierenden. Dankeschön auch an die mdw, an die Fundación Iberacademy Kolumbien und an das Programm Erasmus+ der EU. Zuletzt möchte ich noch ganz besonders Prof. Simeon Pironkoff für die großartige Initiative und Organisation danken!

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