Kyoto International Music Students Festival 2017

Kyoto, Japan – die Stadt der 1000 Eindrücke

Wir sitzen gerade an unserem letzten Abend in der Dämmerung am Fluss Kamogawa in der Stadt Kyoto und ziehen Resümee über die vergangenen 10 Tage beim Kyoto International Music Students Festival 2017.

Autorinnen
Johanna Estermann, Lisa Kürner und Sabrina Reheis (v.l.n.r.)

Bei diesem internationalem Studentenfestival, initiiert und gesponsert von der Rohm Music Foundation, werden Studenten von den Top-Musikuniversitäten der Welt wie der Juilliard School, der Universität der Künste Berlin, des Conservatoire national supérieur de musique et de danse de Paris, dem staatlichen Moskauer P.-I.-Tschaikowski-Konservatorium, der Tokyo University of Arts und vielen anderen eingeladen. Weiters nehmen japanische Musikstudenten aus 13 japanischen Musikuniversitäten teil. Das Ziel des Festivals ist es, den kulturellen Austausch zwischen japanischen Studenten und Musikstudenten aus der ganzen Welt zu fördern.

Jede Universität präsentiert sich in einem eigenen Programmpunkt und in aus verschiedenen Studenten aller Universitäten zusammengestellten Kammermusikensembles. Am letzten Tag gibt es ein Finalkonzert, in dem alle im Orchester und im Chor zusammen musizieren.

Der goldene Tempel
Der goldene Tempel, Kyoto

Als im Dezember die Anfrage kam, ob wir nach Kyoto fahren wollen, haben wir uns natürlich sehr gefreut. Im März gab es dann ein erstes Kennenlernen und wir starteten mit dem Proben. Inputs und den letzten Schliff holten wir uns aus dem Unterricht bei Johannes Meissl, Stefan Mendl und Gottfried Pokorny.

Schließlich trafen wir uns gut gelaunt am 20. Mai 2017 am Flughafen in Wien. Nach einer Zwischenlandung in Helsinki kamen wir erstaunlich frisch in der Stadt Osaka an und nach einer 1 ½ stündigen Busfahrt schlussendlich in Kyoto. Kyoto ist eine ehemalige Kaiserstadt, Stadt der 1000 Tempel mit verzauberten Gärten, bunten Schreinen und einem sehr großen Kulturangebot. In den engen Gassen der Altstadt kann man auch Blicke auf die pompös hergerichteten Geishas werfen.

Japanischer Garten
Japanischer Garten

Unsere Unterkunft für die nächsten zwei Wochen stellte sich als komfortables Hotel mit einem von Sabrina viel genutzten Onsen heraus. Ein Onsen ist ein aus einer natürlichen heißen Quelle gespeistes Bad, welches sich in Japan sehr großer Beliebtheit erfreut. Es wurde uns ein herzlicher Empfang mit einem leckeren Mittagessen, Willkommensgrüßen und einem ersten Kennenlernen mit den anderen Studenten bereitet.

Welcome Party
Welcome Party

Jedes Land bekam eine eigene Übersetzerin in der jeweiligen Landessprache zugeteilt, die uns quasi rund um die Uhr betreuten. Wir hatten großes Glück mit unserer Ansprechpartnerin Yurie, die wir in diesen Tagen als Freundin gewannen. Danke Yurie, für deine herzliche und liebevolle Betreuung!

Am nächsten Tag begannen wir mit dem Proben unseres Klarinettentrios von Brahms und den jeweiligen Ensembles. Die Probenbedingungen waren sehr gut, meist fanden diese sogar in einem Konzertsaal statt. (Foto 5,6,7)

Probe
Probe

Lisa spielte noch in einem Oprettenensemble, Sabrina in einem Bläserquintett und einer Bläserserenade und Johanna auf zwei Klavieren zu acht Händen. Auch für das Orchester, dirigiert von einem französischen Dirigierstudenten, starteten die Proben. Trotz Jetlag hatten wir dabei viel Spaß. Es war eine spannende Erfahrung mit den japanischen Studenten gemeinsam im Orchester zu spielen.

Probe
Probe

Nach fünf intensiven Probentagen begannen dann am Samstag endlich die Konzerte in der schönen Alti-Hall mit dem russischen und polnischen Beitrag. Am Sonntag durfte Sabrina zum ersten Mal mit ihrem internationalen Bläserensemble auf der Bühne stehen und vor allem nach dem Radetzkymarsch konnte sich das Publikum vor lauter Begeisterung kaum mehr halten. Am Montag war es dann so weit und unser Konzert stand vor der Tür. Gemeinsam mit den Studenten der Juilliard School durften wir in dem ausverkauften Konzertsaal unser Klarinettentrio op. 114 von Brahms zum Besten geben.

Probe
Probe im großen Saal

Besonders gefreut hat uns die Anwesenheit unserer Vizerektors Christian Meyer. Als Dankeschön für unseren gelungenen Auftritt hat dieser uns nach dem Konzert zu einem besonderen japanischen Essen eingeladen. Neben Omelette, Reisbällchen, Sashimi, allen möglichen Fisch und Fleischarten, gebraten, roh und vielem mehr gab es auch halb rohes Hühnchen und da das doch einige Skepsis in uns hervorrief, versuchten wir dieses mit dem Genuss von viel Sake (Reiswein) zu desinfizieren.

Sashimi
Sashimi

Am Dienstag glänzte Johanna dann bei ihrer Premiere im achthändigen Spiel auf zwei Klavieren mit der Wilhelm Tell Ouvertüre, einer Mozart Sonate und Ragtimes. Das Grande Finale folgte am Mittwoch: mit einem pompösen Orchesterkonzert wurde das Festival beschlossen – es folgte eine feucht fröhliche After Show Party 🙂

After Show-Party
After Show-Party

Trotz intensiver Proben- und Übezeit versuchten wir jede freie Minute zu nützen, um das wunderschöne Kyoto kennen zu lernen. Unzählige Tempel, Schreine, Gärten werden uns noch lange in Erinnerung bleiben – vor allem die wunderschönen Altstadtviertel.

Zu guter Letzt wollen wir uns ganz herzlich bei der Rohm Music Foundation bedanken, für dieses einzigartige Erlebnis, die perfekte Organisation und die unschlagbare japanische Gastfreundschaft.

Gute Nacht, liebes Kyoto! Schade, dass wir dich morgen schon wieder verlassen müssen!

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