CORONAVIRUS | Updates

© Jens Lindworsky

In memoriam Wolfgang Glüxam

1958-2020

In diesem Sommer am 29. Juli 2020 ist Wolfgang Glüxam nach langer schwerer Krankheit verstorben. Wir trauern um einen liebenswerten Freund und Kollegen, der ein großer Künstler und ein begeisterter Lehrer war. 

Wolfgang Glüxam wurde in Melk geboren und studierte ab 1976 an der mdw Orgel bei Alfred Mitterhofer und Michael Radulescu, Cembalo bei Isolde Ahlgrimm und Gordon Murray sowie Tonsatz bei Thomas Christian David. 1982 ging er an das Sweelinck Conservatorium Amsterdam und absolvierte bei Ton Koopman ein Cembalostudium. 

1985 folgte ein Lehrauftrag für Cembalo an der mdw, wo er ab 1987 über dreißig Jahre lang tätig war. 2004 erfolgte seine Habilitation. Unzählige Cembalistinnen und Cembalisten, die bei ihm studierten, erzählen von seinem ermutigenden, inspirierenden, geduldigen und undogmatischen Unterricht, bei dem man so vieles lernen konnte – nicht nur über Musik.

Als Cembalist und Organist trat Glüxam international sowohl solistisch als auch mit mehreren Ensembles (u.a. Orchestra da Camera „Lorenzo Da Ponte“, Salzburger Barockensemble, Concentus Musicus Wien, Wiener Akademie, ORF-Symphonieorchester) künstlerisch hervor. Wichtige künstlerische Partnerschaften verbanden ihn u.a. mit Hiro Kurosaki, Patrick Ayrton und Roberto Zarpellon. Bereits in seiner Jugend war er Preisträger internationaler Wettbewerbe und war neben seiner Unterrichts- und Konzerttätigkeit ein gefragter Juror.

Seine CD-Aufnahmen (oft in Zusammenarbeit mit Bernhard Trebuch und dem ORF) mit Werken von Froberger, Bach, Duphly und Mozart haben die österreichische Cembaloszene entscheidend geprägt und bereichert. Er hat durch sein künstlerisches und pädagogisches Wirken das Cembalo in den Wahrnehmungsfokus innerhalb des österreichischen Musiklebens gerückt. 

Mit Wolfgang Glüxam verlieren wir einen bescheidenen, ehrlichen und herzlichen Menschen und einen besonderen Musiker – gefühl- und kraftvoll, packend und lebendig, der immer so viel zu erzählen hatte. Eine besondere Erinnerung an ihn: wie Wolfgang vor 25 Jahren im Filmklassiker „Before Sunrise“ mit den Goldberg-Variationen kurz zu sehen und zu hören ist… Unsere Gedanken sind bei seiner Familie.