
Verwunschen – Bachs Passionen im Originalgewand als Wunschvorstellung? Von der lutherischen Sprachverkündigung in die Weihestunde der heiligen Tonkunst im Konzertsaal
Seit dem ersten Drittel des 19. Jahrhunderts gehören Johann Sebastian Bachs Passionen zum Kanon unvergänglicher Meisterwerke europäischer Musikgeschichte und erlebten seither unzählige Neu-Deutungen in Konzertsälen und später auch Kirchen. Wie präzise kann unsere – über die historische Musikwissenschaft und die historische Aufführungspraxis angewachsene – Expertise im 21. Jahrhundert den Werken ihre ursprünglichen Intentionen zurückgeben?
Welche Kompromisse sind im heutigen (Konzert)-Leben unumgänglich? Welche Abweichungen von der damaligen Klangästhetik (Besetzung, Positionierung der „Chöre“, Raumklang etc.) wollen oder müssen wir in der heutigen „historisch informierten Musizierpraxis“ akzeptieren?
Ein Experiment mit ungewissem Ausgang und ein Thema mit ausreichendem Diskussionsbedarf…




